Ein gekröpfter „Don Karlos“ durch die Klassikermaschine gedreht

Die Einpersonen-Version von Schillers dramatischem Gedicht hört nach etwas mehr nach einer halben Stunde unvermittelt auf. Ein bisschen schade, denn ich hätte der Klassiker-Nummer des Schauspielers Fabian Dämmich gerne noch ein bisschen länger zugeschaut. Eigentlich hätte das Theater Basel Mitte November sein Foyer public machen, also den riesigen Vorraum unter dem geschwungenen Betondach als Indoor-Platz für alle öffnen wollen. Das geht nun aber wegen dieser … Ein gekröpfter „Don Karlos“ durch die Klassikermaschine gedreht weiterlesen

Heldendämmerung auf Schwizerschwedisch

Diese «Odyssee» hat mit dem gleichnamigen Epos von Homer wenig gemein. Geboten kriegt man auf der Kleinen Bühne dafür eine überwältigend witzige Heldendekonstruktion mit zwei grandiosen Schauspielern. Was war dieser antike Superheld Odysseus denn nun? Wir wissen, dass der griechische Feldherr mit seiner Pferde-List Troja zu Fall brachte, dann aber auf seiner Heimreise eine zehnjährige Irrfahrt erleiden musste. Seine beiden Söhnte am Sarg des Vaters … Heldendämmerung auf Schwizerschwedisch weiterlesen

Ein(e) Stern am Schweizer Literaturhimmel

Mit Anna Stern ist bei der Verleihung des Schweizer Buchpreises 2020 eine Überraschungssiegerin gekürt worden. Ihr nur auf den ersten Blick sperrig wirkender Roman „das alles hier, jetzt“ ist ein überaus preiswürdiges und vor allem lesenswertes Werk. Sie wirkte etwas verloren auf der grossen Treppe im Basler Theaterfoyer, als sie den Preis entgegennehmen konnte oder – äusserlich hatte man das Gefühl: musste. Alle Beteiligten wirkten … Ein(e) Stern am Schweizer Literaturhimmel weiterlesen

Tolles Theater trotz Corona

Es ist Quasi-Lockdown und das Theater versetzt seinem bildungsbürgerlichen Publikum eine währschafte (inhaltlichen) Watsche. Aber so klug und amüsant, wie in Nora Abdel-Maksouds «Café Populaire» serviert, lässt man sich das noch so gerne geschehen. Das Stück „Café Populaire“ von Nora Abdel-Maksoud und die Inszenierung von der Autorin höchstselbst wurde vom Theater Neumarkt in Zürich übernommen, von wo aus es bereits vor zwei Jahren einen feierlichen … Tolles Theater trotz Corona weiterlesen

Professor Prepper’s Lonely Survival WG

Das Basler Schauspiel präsentiert auf der Grossen Bühne «Das Ende der Welt, wie wir es kennen» – mit einem bis zur Albernheit reichenden Witz, der hin und wieder aber auch hintersinnig nachdenkliche Momente aufblitzen lässt. Zu lesen auch in der „bz Basel“. Es ist eine ulkige Gruppe, die sich hier am Ende der Welt zur postapokalyptischen WG zusammengeschlossen hat. Da ist der professorale Prepper, ein … Professor Prepper’s Lonely Survival WG weiterlesen

Ein unseliger Franziskus im postapokalyptischen Jammertal

Theaterdirektor Benedikt von Peter setzt auf der Grosse Bühne des Theater Basel Olivier Messiens Mammutoper „Saint François d’Assise“ als postapokalyptischer Horrortrip in Szene. Franz von Assisi kennt ja so ziemlich jeder. Als Bettelmönch, der zu den Vögeln predigte, gehört er zu den populärsten und sympathischsten Figuren im Kanon der vielen Heiligen der katholischen Kirche. Das gilt gerade in Zeiten der Klimakrise, hat ihn Papst Johannes … Ein unseliger Franziskus im postapokalyptischen Jammertal weiterlesen

Von Garnelen und King Prawns in dieser Welt

Vor der Apokalypse herrscht das lustvolle Chaos: Mit dem über drei Stunden langen Monsterprojekt „Metamorphosen“ nach Ovid legte das neue Schauspiel-Team des Theater Basel einen starken Start hin. Am Schluss, wenn sich die Menschen endlich aus ihrem göttergegebenen Chaos-Korsett befreit haben, verstrickt sich alles in eine sinnentleerte Endlosschleife. Ein stilisiertes Zimmer mit Bett, grossen Fenstern und Türen füllt sich nach und nach mit Menschen, die … Von Garnelen und King Prawns in dieser Welt weiterlesen

Faszinierende Geschichten zur Geschichte einer Transformation

Der Multimedia-Walk „Freizone Dreispitz“ vermittelt faszinierende Einblicke in die Geschichte eines Areals in der Transformation vom abgeschotteten Freilager- und Gewerbegebiet zum hippen neuen Kunst- und Wohnquartier. Und führt dabei zu überraschenden Begegnungen. Wisst Ihr, wie der bekannte hochprozentige jamaikanische Rum Coruba zu seinem Namen kam? Die freundliche Stimme auf dem Kopfhörer führt einen vom Haus der elektronischen Künste über den weitläufigen Platz zum Atelier-Trakt der … Faszinierende Geschichten zur Geschichte einer Transformation weiterlesen

Dirty Gretel im Albtraum-Märchenwald

Bei „Kind“ des belgischen Tanztheaterkollektivs Peeping Tom trifft Anmut auf Trash und Poesie auf Horror, was alles ganz verstörend hinüberkommt und gleichzeitig ausgesprochen fesselt. Schon der Name der Truppe besagt, dass hier kein Wohlfühltheater zu erwarten ist: Peeping Tom lehnt sich an den britischen Skandal-Thriller gleichen Namens von 1960 an, der Todessehnsüchte und sexuelle Neurosen zum Plot hat. Vor diesem Hintergrund lässt der Titel „Kind“ … Dirty Gretel im Albtraum-Märchenwald weiterlesen