Ein Theaterabend wie ein Rubik-Würfel

Mit „Los Años“ erlebte das Theaterfestival Basel im Schauspielhaus des Theater Basel einen ungemein vielschichtigen Auftakt Das Stück ist Zeitmaschine, ein Psychogramm eines (anders verlaufenden) Lebens, eine Beziehuungs-Tragikomödie zwischen Vater und Tochter und eine satirisch angehauchte philosophische Abhandlung über Eigennutz und Empathie im zivilisierten urbanen Raum. „Los Años“ des argentinischen Autoren und Regisseurs Mariano Pensotti ist kein Stück zum Zurücklehnen. Es fordert die Zuschauerinnen und … Ein Theaterabend wie ein Rubik-Würfel weiterlesen

Horrortrip durch die Hölle der putzigen Mittelstands-Welt

Regisseurin Sahar Raimi serviert die Uraufführung des Stücks „Milf“ der Hausautorin Anne Haug als überkandidelter Reminiszenz-Reigen an Horrorfilm-Klassiker. Die drei püppchenhaften Mädchen beherrschen die Ballettposen perfekt. Und wenn die Arme mal einen Zentimeter zu wenig weit oben sind, wenn das Lächeln zu erlischen droht, ist sogleich die Mutter zur Stelle, die dem Publikum das Lebendbild ihrer drei hochputzigen Töchterchen auf laszive Art feilbietet wie Sexpüppchen … Horrortrip durch die Hölle der putzigen Mittelstands-Welt weiterlesen

Christoph Marthalers Abgesang auf und mit Corona am Theater Basel

Christoph Marthaler gilt als Meister der musikalisch veredelten Verschrobenheit. Am Theater Basel hat er mit seinem neuen Projekt „Der letzte Pfiff – ein Drehschwindel“ noch eins draufgesetzt – allerdings nicht ganz freiwillig. Es hätte eine Wiedersehens-Feier werden sollen. Ein Wiedersehen mit Christoph Marthaler, der mit seiner Schauspieler-Familie nach vielen Jahren wieder an den Ort zurückkehrte, wo einst seine einzigartige Karriere mit der unverwechselbaren Dramaturgie und … Christoph Marthalers Abgesang auf und mit Corona am Theater Basel weiterlesen

Ein tiefsinniges Lustspiel zu den katastrophalen Zeiten

Die titelgebende Frage „Was geschah mit Daisy Duck“ bleibt unbeantwortet. Dafür bietet der wunderbare Abend auf der Kleinen Bühne des Theater Basel viele andere Antworten. Mehr von mir zum kleinen Theaterereignis in der „bz Basel“. Lesenswert sind auch die Beiträge meiner Kolleginnen und Kollegen: Auf nachtktitik.de: Entenhausen liegt am Meer In Claude Bühlers Theater-Kolumne auf onlinereports.ch: Entenhausener Abgründe Und in der „Basler Zeitung“ (leider nicht … Ein tiefsinniges Lustspiel zu den katastrophalen Zeiten weiterlesen

Verqueert und zugedröhnt

Die Regisseurin Pinar Karabulut wird vom Theater Basel als Spezialistin für „moderne, antipatriachale Aneignungen klassischer Stoffe“ vorgestellt. An Dostojewskis „Der Spieler“ ist sie mit diesem Programm grandios gescheitert. Nach der Aufführung bleiben Fragen. Das kann sehr bereichernd sein, wenn Sitiationen, Begebenheiten und Umstände auf hintersinnige und/oder nachhaltig-gescheite Art hinterfragt werden. Aber es kann auch bemühend sein, wenn man die Intention dahinter einfach nicht so richtig … Verqueert und zugedröhnt weiterlesen

Ulysses Irrweg führt indirekt ins theatrale Nirvana

Der New Yorker Theatermann John Collins versucht am Theater Basel das Unmögliche, James Joyce Urmonstrum der literarischen Moderne mit dem Titel „Ulysses“ zu dramatitisieren und gelangt mit einem hervorragenden Ensemble zum Resultat, dass dies eben unmöglich ist. Es lohnt sich, die 120 Minuten durchzuhalten, sich durchzukämpfen, um den Schluss nicht zu verpassen. Dann, wenn Carina Braunschmidt als Molly Bloom im Kapitel 18 in einem berührenden … Ulysses Irrweg führt indirekt ins theatrale Nirvana weiterlesen

Die Familie ist wie ein kollabierender Stern

Das Theater Basel dreht die schaurige Krabat-Sage durch die „Mühle von Saint Pain“. Dieser Theaterabend berührt, amüsiert, verwirrt, langweilt auch mal (aber nur ein kleines bisschen), fasziziniert und lässt einen ein bisschen ratlos zurück. Vor allem aber ermöglich er eine Begegnung mit einer Schauspielerin (Gala Othero Winter), die sich schneidig und mit dem ganzen Spektrum der Gefühle mitten in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer … Die Familie ist wie ein kollabierender Stern weiterlesen

Mit Handke und Schorsch Kamerun auf Irrwegen bis in den Schwanensee

Schorsch Kamerun führt mit «Spuren der Verirrten» nach Peter Handke durch ein geheimnisvoll hybrides und reizvoll verwirrendes Theater-Gesamtkunstwerk. «Hallo, ich heisse Thomas Seel», begrüsst der hagere Mann die Zuschauer, «ich habe heute Abenddienst.» Und wie er das hat. Thomas Seel ist besser bekannt unter seinem Künstlernamen Schorsch Kamerun, Mitgründer und Sänger der Hamburger Punk-Band Die Goldenen Zitronen, Barbetreiber sowie als Performer und Regisseur Dauergast an vielen … Mit Handke und Schorsch Kamerun auf Irrwegen bis in den Schwanensee weiterlesen