„Verfluchter Reif! Furchtbarer Ring!“

Mit der „Götterdämmerung“ fand am Theater Basel Richard Wagners Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“ ihren Abschluss. Es ist ein langer, aber keinesfalls langweiliger Abend, der mit einem berührenden und packenden Ende zu überzeugen vermag. „Zurück vom Ring!“ Das letzte Wort in Richard Wagners Monsterzyklus „Der Ring des Nibelungen“ hat der Intrigant und Bösewicht Hagen. Regisseur und Theaterdirektor Benedikt von Peter legt diesen verzweifelt mahnenden Ausruf … „Verfluchter Reif! Furchtbarer Ring!“ weiterlesen

„Siegfried“ im Puppenhaus

Nun folgte also „Siegfried“, der dritte Teil oder „zweite Tag“ von Richard Wagners monströsem Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“. Das Monströse hat Regisseur und Theaterdirektor Benedikt von Peter mit einer fast omnipräsenten Parade von riesigen Puppen wörtlich genommen. Was ganz unterhaltsam ist, aber die stimmigen Grundidee der brutalen Familienaufstellung etwas in den Hintergrund treten lässt. Sprechende Vögel und Drachen, böse Zwerge, ein verwandelter Riese, ein … „Siegfried“ im Puppenhaus weiterlesen

Der Mann, das lächerliche Wesen

Das Theater Basel zeigt Bertolt Brechts Anti-Kriegs und -Kapitalismus Parabel „Mann ist Mann“ in einer Inszenierung, die hinreissend-komische Momente hat, zwischendurch aber auch durchhängt. Bekannt ist das Szenario vom Mann, der aus dem Haus geht, um mal schnell Zigaretten zu holen und verschwindet. Mann weiss nicht, was geschieht. Bei Brechts „Mann ist Mann“ ist die Ausgangslage ähnlich: Der Packer Galy Gay verlässt sein trautes ärmliches … Der Mann, das lächerliche Wesen weiterlesen

Christoph Marthalers böse Groteske der Auswegslosigkeit

Christoph Marthaler hat die Basler Theatersaison 2024/2025 mit einer absurd-komischen und bitterbösen Groteske über den Absturz desorientierter Menschen in den Schlund der extremen Rechte eröffnet. Das Premierenpublikum feierte die Produktion mit starkem Applaus. Es beginnt auf der Bühne des Basler Schauspielhauses wie so oft beim international gefeierten Theatermacher Marthaler mit inhaltlich schwer durchschaubaren Szenerien einer Gesellschaft zutiefst verlorener Menschenseelen. Ist es die familiäre Geburtstagsfeier des … Christoph Marthalers böse Groteske der Auswegslosigkeit weiterlesen

Der Wolf steppt und deklamiert

Die belgische Regisseurin Lies Pauwels versucht sich an einer Dramatisierung von Hermann Hesses sperrigem Roman „Der Steppenwolf“. Auf der Schauspielhausbühne agiert wacker ein herausragendes Schauspieler-Ensemble, das es aber letztlich nicht schafft, aus einer deklamatorischen Endlosschlaufe heraus einen wirklich berührenden Theaterabend zu schaffen. Die Bühne ist ein Ballsaal mit Séparées, wie man sie in einem Bordell antreffen könnte. Kenner der hundert Jahre alten Romanvorlage finden sich … Der Wolf steppt und deklamiert weiterlesen

Black Art Power im Kunstmuseum Basel

Die Ausstellung ist im positivsten Sinne umwerfend: Im Kunstmuseum Basel – Gegenwart sind unter dem Titel „When We See Us“ figurative Werke von über 120 schwarzen Künstlerinnen und Künstlern der letzten hundert Jahre zu sehen, die Einblicke in einen faszinierenden Kunstkosmos der „panafrikanischen Malerei“ vermitteln. Selbstbewusst schaut die schwarze Frau den Betrachterinnen und Betrachtern des Bildes entgegen. Sie sitzt mit einer Zigarette im Mund auf … Black Art Power im Kunstmuseum Basel weiterlesen

Ist der Basler Theater-Intendant Benedikt von Peter auf dem Absprung?

Eigentlich ging es am Medientermin des Theater Basel vom Mittwoch um die designierte neue Ballett-Leitung ab 2025/2026. Wirklich zu reden geben dürften andere, nicht abschliessend ausgesprochene Details. Kurz zum eigentlich kommunizierten Inhalt der Medienkonferenz: Ab 2025/2026 wird Marco Goecke neuer künstlerischer Leiter des Basler Balletts, das damit einen regen Wechsel-Reigen durchlebt. Denn die jetzige Chefin Adolphe Binder wird bereits nach zwei Jahren weiterziehen. Goecke kommt … Ist der Basler Theater-Intendant Benedikt von Peter auf dem Absprung? weiterlesen

Agentenklamauk mit Flachwitz

«Erpresso Macchiato» auf der Kleinen Bühne des Theater Basel kommt wie ein überdrehter Tiktok-Clip daher. Einer, der auf anderthalb Stunden Dauer ausgedehnt wurde. Natürlich bin auch ich als Theaterbesucher subjektiv, habe ich meine Vorlieben und Abneigungen, die ich beim Schreiben und Beschreiben nie ganz weglegen kann. Warum ich das hier so herausstelle? Viele junge Zuschauerinnen und Zuschauer feierten die drei Schauspielerinnen und die künstlerische Leitungs-Entourage … Agentenklamauk mit Flachwitz weiterlesen

Troja liegt in Eindhoven

Regisseur Antú Romero Nunes lässt sein Schauspiel-Duo in einem Fantasie-Holländisch durch Achilles‘ Vermächtnis radebrechen. Das ist ist sehr unterhaltsam – wenn man nicht den Anspruch erhebt, das Ganze wirklich zu verstehen. Man muss ja nicht immer alles gleich verstehen im Theater. Wer hier vehement Einspruch erhebt, soll mal in ein paar Wortren erklären, worum es bei Shakespeares „Hamlet“ geht. Diese weisen Worte über das Theater … Troja liegt in Eindhoven weiterlesen

Adoptiert in die permanente Sichtbarkeit

Die Schauspielerin Nairi Hadodo geht in einem fulminanten Solo auf der Kleinen Bühne des Theater Basel dem Phänomen Kim Kardashian auf den Grund. «Was sind deine Talente?», fragt sich Nairi Hadodo als Kim Kardashian. «Du kannst nicht singen, du kannst nicht tanzen, du kannst nicht schauspielern! What do yo do?» Nun, die Darstellerin des It-Girl-Phänomens, mit dem sie die armenischen Wurzeln teilt und ihr abgesehen … Adoptiert in die permanente Sichtbarkeit weiterlesen