Der Wolf steppt und deklamiert

Die belgische Regisseurin Lies Pauwels versucht sich an einer Dramatisierung von Hermann Hesses sperrigem Roman „Der Steppenwolf“. Auf der Schauspielhausbühne agiert wacker ein herausragendes Schauspieler-Ensemble, das es aber letztlich nicht schafft, aus einer deklamatorischen Endlosschlaufe heraus einen wirklich berührenden Theaterabend zu schaffen. Die Bühne ist ein Ballsaal mit Séparées, wie man sie in einem Bordell antreffen könnte. Kenner der hundert Jahre alten Romanvorlage finden sich … Der Wolf steppt und deklamiert weiterlesen

Black Art Power im Kunstmuseum Basel

Die Ausstellung ist im positivsten Sinne umwerfend: Im Kunstmuseum Basel – Gegenwart sind unter dem Titel „When We See Us“ figurative Werke von über 120 schwarzen Künstlerinnen und Künstlern der letzten hundert Jahre zu sehen, die Einblicke in einen faszinierenden Kunstkosmos der „panafrikanischen Malerei“ vermitteln. Selbstbewusst schaut die schwarze Frau den Betrachterinnen und Betrachtern des Bildes entgegen. Sie sitzt mit einer Zigarette im Mund auf … Black Art Power im Kunstmuseum Basel weiterlesen

Ist der Basler Theater-Intendant Benedikt von Peter auf dem Absprung?

Eigentlich ging es am Medientermin des Theater Basel vom Mittwoch um die designierte neue Ballett-Leitung ab 2025/2026. Wirklich zu reden geben dürften andere, nicht abschliessend ausgesprochene Details. Kurz zum eigentlich kommunizierten Inhalt der Medienkonferenz: Ab 2025/2026 wird Marco Goecke neuer künstlerischer Leiter des Basler Balletts, das damit einen regen Wechsel-Reigen durchlebt. Denn die jetzige Chefin Adolphe Binder wird bereits nach zwei Jahren weiterziehen. Goecke kommt … Ist der Basler Theater-Intendant Benedikt von Peter auf dem Absprung? weiterlesen

Agentenklamauk mit Flachwitz

«Erpresso Macchiato» auf der Kleinen Bühne des Theater Basel kommt wie ein überdrehter Tiktok-Clip daher. Einer, der auf anderthalb Stunden Dauer ausgedehnt wurde. Natürlich bin auch ich als Theaterbesucher subjektiv, habe ich meine Vorlieben und Abneigungen, die ich beim Schreiben und Beschreiben nie ganz weglegen kann. Warum ich das hier so herausstelle? Viele junge Zuschauerinnen und Zuschauer feierten die drei Schauspielerinnen und die künstlerische Leitungs-Entourage … Agentenklamauk mit Flachwitz weiterlesen

Troja liegt in Eindhoven

Regisseur Antú Romero Nunes lässt sein Schauspiel-Duo in einem Fantasie-Holländisch durch Achilles‘ Vermächtnis radebrechen. Das ist ist sehr unterhaltsam – wenn man nicht den Anspruch erhebt, das Ganze wirklich zu verstehen. Man muss ja nicht immer alles gleich verstehen im Theater. Wer hier vehement Einspruch erhebt, soll mal in ein paar Wortren erklären, worum es bei Shakespeares „Hamlet“ geht. Diese weisen Worte über das Theater … Troja liegt in Eindhoven weiterlesen

Adoptiert in die permanente Sichtbarkeit

Die Schauspielerin Nairi Hadodo geht in einem fulminanten Solo auf der Kleinen Bühne des Theater Basel dem Phänomen Kim Kardashian auf den Grund. «Was sind deine Talente?», fragt sich Nairi Hadodo als Kim Kardashian. «Du kannst nicht singen, du kannst nicht tanzen, du kannst nicht schauspielern! What do yo do?» Nun, die Darstellerin des It-Girl-Phänomens, mit dem sie die armenischen Wurzeln teilt und ihr abgesehen … Adoptiert in die permanente Sichtbarkeit weiterlesen

Monteverdis musikalisches Intrigenspiel ins faschistische Italien versetzt

Christoph Marthaler beschreitet am Theater Basel einmal mehr ungewöhnliche Pfade. In seiner Inszenierung der Barockoper „L’Incoronazione die Poppea“ versetzt er die Handlung vom antiken Rom ins faschistische Italien. Am Sonntag war Premiere. Christoph Marthaler ist der hinterlistige Schelm unter den Theatermachern. Wenn er Opern inszeniert, kann es passieren, dass das Orchester nach einem Drittel des Abends aus dem Graben verschwindet und nicht mehr auftaucht, wie … Monteverdis musikalisches Intrigenspiel ins faschistische Italien versetzt weiterlesen

Post-bürgerliches Endspiel im hybriden Cyber-Space

Regisseur Stefan Pucher und der Autor Dietmar Dath führen mit ihrer Überschreibung von Maxim Gorkis „Sommergäste“ auf eine irrwitzige Geisterbahnfahrt durch eine groteske Welt, die erfasst vom Virtuellen den Bezug zur eigentlichen Realität verliert. Nichts ist so, wie es scheint oder sein sollte. Das fängt schon Setting (Bühne: Stéphane Laimé) an. Vorgegeben ist ein „Digital Detox“ unter Freunden in Davos im Schatten des Weltwirtschaftsforums. Aber … Post-bürgerliches Endspiel im hybriden Cyber-Space weiterlesen

Das neue Drummeli: Konzentriert und kurzweilig

Das Drummeli, die Mutter aller Basler Vorfasnachtsveranstaltungen, präsentiert sich nach einem Programmlifting schön aufgefrischt und kurzweilig. Kurz zusammengefasst: Die Produktionen der Stammcliquen sind fast durchs Band hindurch sehens- und hörenswert, die beiden Guggemusiken präsenteren sich unterschiedlich spritzig, die Schnitzelbängg sind gut bis höchst originell im Auftritt. Und die Raamestiggli? Sie sind besser als auch schon, zuweilen ganz gut. Und sie profitieren von den wunderbar charmanten … Das neue Drummeli: Konzentriert und kurzweilig weiterlesen

Können Basler Trommler selbstironisch sein?

Die Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung Charivari bietet im Jahr 2024 grosse trommlerische Momente, bewegt sich aber sonst im Mittelmass. Das Glaibasler Charivari 2024 hat den Erwartungslevel nach der letztjährigen Ausgabe hochgesteckt. Vor allem, was die Schnitzelbängg und die Raamestiggli angeht. Auf diesen Gebieten enttäuscht die aktuelle Ausgabe. Auch pfeiferisch liegt das Charivari unter denjenigen der vergangenen Jahre – was nicht zuletzt auch daran liegt, dass die Piccolo-Virtuosinnen … Können Basler Trommler selbstironisch sein? weiterlesen