Ein mitreissender Einstand des neuen Basler Tanztheaters

„Marie & Pierre“ ist Theater pur. Zu erleben ist ein mitreissendes Panoptikum der Emotionen. Es ist Tanz, der vom feinen sentimentalen Chanson zur grossen barocken Oper aufschwingt und sich dann zum jazzigen Rumba weiterentwickelt – in Ton, Gesang und Bewegung. Spätestens wenn sich Tänzerin/Sängerin/Musikerin Alma Toaspern an den Flügel auf der Bühne setzt und begleitet zuerst vom Trompeter Immanuel Richter und dann vom Orchester aus … Ein mitreissender Einstand des neuen Basler Tanztheaters weiterlesen

Auf Walhalla zu Kaffee und Gebäck

Nach dem quirrligen „Rheingold“ ging es nun forschen Schrittes weiter im Basler „Ring des Nibelungen“. Mit überwältigenden Walküren, einem richtigen Pferd, einem aufwühlenden Vater-Tochter-Zwist und Kaffi mit Gipfeli auf Walhalla. Das Premierenpublikum hatte nach gut fünf Stunden noch genügend Energie, „Die Walküre“ mit rhythmischem Klatschen zu feiern. Also „Die Walküre“ als so benannte Oper und die Walküre als Berufsbezeichnung von Brünnhilde, die von Trine Møller … Auf Walhalla zu Kaffee und Gebäck weiterlesen

„Rheingold“: Eine schrecklich böse Familie

Nach Zürich und Bern hat Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ nun nun auch in Basel seinen Auftakt erlebt. Intendant Benedikt von Peter und seine Co-Regisseurin Caterina Cianfarini inszenierten den Vorabend „Das Rheingold“ als quirrlige Mixtur zwischen Puppenspiel und grausliger Familiensaga. Bei den alten Göttern hängt der Haussegen schief. Das liegt vor allem am despotischen bis zuweilen psychopathischen Hausherrn und Patriarchen Wotan. Er hat sich … „Rheingold“: Eine schrecklich böse Familie weiterlesen

Lehrreiche und amüsante Streitereien im Theater

Krach und Streit herrscht in der neuen Produktion des jungen theaters basel, wie auch im Theater Basel. Es sind zwei herausragende Produktionen, die auf ganz unterschiedliche Weise das zwischenmenschliche Konfliktpotential erforschen. Schwierig ist sie, diese Welt. Da kommt man nach einem eigentlich wunderbar stimmigen Theaterabend im jungen theater basel nach Hause, setzt sich an den Computer, um über die Produktion zu schreiben. Im Hinterkopf spielt … Lehrreiche und amüsante Streitereien im Theater weiterlesen

Eine wundersam-wundervolle Ode an die Fantasie

Regisseur Antù Romero Nunes und das Basler Schauspielensemble bereiten mit einem vielschichtig verspielten „Sommernachtstraum“ viel Spass. Der Basler „Sommernachtstraum“ ist eine Ode an die Fantasie und eine Liebeserklärung ans Laientheater. Profis spielen Laien, die dem Zauber des Theaters respektive den Ausschweifungen des Kobolds Puck unterliegen. Die Premiere im Basler Schauspielhaus wurde vom Publikum zurecht frenetisch bejubelt. Mehr dazu in der Besprechung für die „bz Basel“. Mit … Eine wundersam-wundervolle Ode an die Fantasie weiterlesen

Horrortrip durch die Hölle der putzigen Mittelstands-Welt

Regisseurin Sahar Raimi serviert die Uraufführung des Stücks „Milf“ der Hausautorin Anne Haug als überkandidelter Reminiszenz-Reigen an Horrorfilm-Klassiker. Die drei püppchenhaften Mädchen beherrschen die Ballettposen perfekt. Und wenn die Arme mal einen Zentimeter zu wenig weit oben sind, wenn das Lächeln zu erlischen droht, ist sogleich die Mutter zur Stelle, die dem Publikum das Lebendbild ihrer drei hochputzigen Töchterchen auf laszive Art feilbietet wie Sexpüppchen … Horrortrip durch die Hölle der putzigen Mittelstands-Welt weiterlesen

Christoph Marthalers Abgesang auf und mit Corona am Theater Basel

Christoph Marthaler gilt als Meister der musikalisch veredelten Verschrobenheit. Am Theater Basel hat er mit seinem neuen Projekt „Der letzte Pfiff – ein Drehschwindel“ noch eins draufgesetzt – allerdings nicht ganz freiwillig. Es hätte eine Wiedersehens-Feier werden sollen. Ein Wiedersehen mit Christoph Marthaler, der mit seiner Schauspieler-Familie nach vielen Jahren wieder an den Ort zurückkehrte, wo einst seine einzigartige Karriere mit der unverwechselbaren Dramaturgie und … Christoph Marthalers Abgesang auf und mit Corona am Theater Basel weiterlesen

Ein tiefsinniges Lustspiel zu den katastrophalen Zeiten

Die titelgebende Frage „Was geschah mit Daisy Duck“ bleibt unbeantwortet. Dafür bietet der wunderbare Abend auf der Kleinen Bühne des Theater Basel viele andere Antworten. Mehr von mir zum kleinen Theaterereignis in der „bz Basel“. Lesenswert sind auch die Beiträge meiner Kolleginnen und Kollegen: Auf nachtktitik.de: Entenhausen liegt am Meer In Claude Bühlers Theater-Kolumne auf onlinereports.ch: Entenhausener Abgründe Und in der „Basler Zeitung“ (leider nicht … Ein tiefsinniges Lustspiel zu den katastrophalen Zeiten weiterlesen

Verqueert und zugedröhnt

Die Regisseurin Pinar Karabulut wird vom Theater Basel als Spezialistin für „moderne, antipatriachale Aneignungen klassischer Stoffe“ vorgestellt. An Dostojewskis „Der Spieler“ ist sie mit diesem Programm grandios gescheitert. Nach der Aufführung bleiben Fragen. Das kann sehr bereichernd sein, wenn Sitiationen, Begebenheiten und Umstände auf hintersinnige und/oder nachhaltig-gescheite Art hinterfragt werden. Aber es kann auch bemühend sein, wenn man die Intention dahinter einfach nicht so richtig … Verqueert und zugedröhnt weiterlesen

Ulysses Irrweg führt indirekt ins theatrale Nirvana

Der New Yorker Theatermann John Collins versucht am Theater Basel das Unmögliche, James Joyce Urmonstrum der literarischen Moderne mit dem Titel „Ulysses“ zu dramatitisieren und gelangt mit einem hervorragenden Ensemble zum Resultat, dass dies eben unmöglich ist. Es lohnt sich, die 120 Minuten durchzuhalten, sich durchzukämpfen, um den Schluss nicht zu verpassen. Dann, wenn Carina Braunschmidt als Molly Bloom im Kapitel 18 in einem berührenden … Ulysses Irrweg führt indirekt ins theatrale Nirvana weiterlesen