Vom Kunstmuseum in die Fondation Beyeler: Rudolf Staechelin parkiert seine Sammlung in Basel neu

Die bewegte Geschichte um die berühmten Bilder des Rudolf Staechelin Family Trust bekommt ein neues Kapitel: Weil das Kunstmuseum Basel das Hin und Her satt hat, wird die Sammlung nun neu in der Fondation Beyeler parkiert.

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Vincent van Goghs «Le jardin de Daubigny» aus der Sammlung Staechelin (Bild: Kunstmuseum Basel, Martin P. Bühler)

Die Familie Staechelin und die Sammlung ihres Family Trust waren immer wieder für durchzogene Schlagzeilen gut. In den 1960er-Jahren, als die zwei berühmten, im Kunstmuseum Basel deponierten Picasso-Gemälde «Les deux frères» und «Arlequin assis» zum Verkauf standen (und schliesslich von Basel-Stadt gekauft wurden). Oder als die Familienstiftung vor drei Jahren das ebenfalls im Kunstmuseum deponierte ikonenhafte Gauguin-Gemäldes «Nafea» für kolportierte 210 Millionen Dollar an irgendeinen Scheich verscherbelte.

Die Folge dieses Verkaufs war, dass Staechelin die ganze Sammlung aus dem Kunstmuseum abzog – wie er es aus Angst vor der drohenden Ratifizierung der «Unidroit»-Konvention durch die Schweiz in den 1990er-Jahren schon einmal getan hatte. Auch nach dem Verkauf des Gaugin-Meisterwerks kann sich die Sammlung durchaus sehen lassen: Namen wie van Gogh, Cézanne, Picasso, Monet oder Renoir sprechen für sich.

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1967 von Basel-Stadt für einen Rekordpreis gekauft: «Les deux frères» und «Arlequin assis» von Pablo Picasso.

Staechelin wollte nun die Gemälde gerne wieder in Basel ausgestellt haben – eine nette Geste eigentlich, die für ihn aber auch mit dem Vorteil verbunden ist, dass die Werke im Museum gehegt, gepflegt und gut versichert sind.

Das Kunstmuseum wollte nicht mehr

Das Kunstmuseum aber liess schon früher durchblicken, dass es das Hin und Her satt hat. «Mit den stark steigenden Preisen auf dem Kunstmarkt ist der Umgang mit solchen Depositären komplizierter geworden», sagte der ehemalige Kunstmuseumsdirektor Bernhard Mendes Bürgi nach dem erneuten Abzug der Sammlung 2015. Das Präsidialdepartement sprach damals von einem schmerzlichen Verlust, der «jedoch in Anbetracht der grossen und ausserordentlich vielfältigen und wertvollen Sammlung des Kunstmuseums Basel auch verkraftbar» sei.

Und nun folgt die Mitteilung, dass die Fondation Beyeler als Leihgabe-Ort einspringt. «Der Trust hat mit der Fondation Beyeler einen langfristigen Leihvertrag abgeschlossen, im Rahmen dessen 19 Gemälde des Trusts künftig periodisch in der Fondation Beyeler ausgestellt oder dem Publikum durch Unterleihe in der Schweiz oder im Ausland zugänglich gemacht werden», verkündet sie in einer Medienmitteilung.

Fondation-Direktor Sam Keller lässt sich darin mit den Worten zitieren: «Die Fondation Beyeler ist glücklich, einen Beitrag dazu leisten zu können, dass die Generationen von Baslern ans Herz gewachsenen Bilder hier wieder öffentlich zugänglich werden.»

 

 

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