Können Basler Trommler selbstironisch sein?

Die Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung Charivari bietet im Jahr 2024 grosse trommlerische Momente, bewegt sich aber sonst im Mittelmass. Das Glaibasler Charivari 2024 hat den Erwartungslevel nach der letztjährigen Ausgabe hochgesteckt. Vor allem, was die Schnitzelbängg und die Raamestiggli angeht. Auf diesen Gebieten enttäuscht die aktuelle Ausgabe. Auch pfeiferisch liegt das Charivari unter denjenigen der vergangenen Jahre – was nicht zuletzt auch daran liegt, dass die Piccolo-Virtuosinnen … Können Basler Trommler selbstironisch sein? weiterlesen

Zaubertheater ohne Zauber

„Kranke Hunde“ von Ariane Koch will mit einer sarkastischen Posse die Entmenschlichung des Gesundheitswesens und die gesellschaftliche Ächtung von Krankheit entlarven. Das ist bei der Basler Inszenierung von Sebastian Nübling nur ganz am Rand gelungen. Star des Abends, oder sagen wir mal: Die besten Auftritte im Stück mit dem Titel „Kranke Hunde“, den es irgendwie wörtlich zu nehmen gilt – geht es doch um einen … Zaubertheater ohne Zauber weiterlesen

Der Autor ist anwesend

Antú Romero Nunes schmettert die „Dreigroschenoper“ als grotesk-komisches Fest des Brechtschen Verfremdungseffekts auf die Bühne des Theater Basel und kann sich dabei auf ein famos aufspielendes Ensemble und eine grandioses Orchester verlassen. Warum die Bettler- und Ganoven-Revue „Dreigroschenoper“? „In einer Stadt, in der es ein Bettlerverbot gibt, muss man dieses Stück spielen“, sagt Regisseur Nunes in einem Interview im Programmheft. Und wenn man das Theater … Der Autor ist anwesend weiterlesen

Ein mitreissender Einstand des neuen Basler Tanztheaters

„Marie & Pierre“ ist Theater pur. Zu erleben ist ein mitreissendes Panoptikum der Emotionen. Es ist Tanz, der vom feinen sentimentalen Chanson zur grossen barocken Oper aufschwingt und sich dann zum jazzigen Rumba weiterentwickelt – in Ton, Gesang und Bewegung. Spätestens wenn sich Tänzerin/Sängerin/Musikerin Alma Toaspern an den Flügel auf der Bühne setzt und begleitet zuerst vom Trompeter Immanuel Richter und dann vom Orchester aus … Ein mitreissender Einstand des neuen Basler Tanztheaters weiterlesen

Theater auf Irrwegen in den ukrainischen Kriegswirren

Ein Theaterprojekt einer nach Basel geflüchteten ukrainischen Dramatikerin über ihren in Cherson verlorenen Sohn: Das klingt spannend. Auf dem Papier, während es sich auf der Bühne merkwürdig abgehoben und wirr präsentiert. Die Aufführung hat eine Überraschung bereit – aber eine, die das Grundgerüst der Geschichte, die hier dramatisiert wird, torpediert. Doch dazu am Schluss mehr. Es ist eine Geschichte, die auf erschütternde Tatsachen beruht. Die … Theater auf Irrwegen in den ukrainischen Kriegswirren weiterlesen

Struber Musical-Spass von Herbert Grönemeyer am Theater Basel

Die heile französische Provinzwelt rast in eine fulminante Katastrophe. Schuld daran ist unter anderem der deutscher Sänger Herbert Grönemeyer, der für das Theater Basel eine Musicalversion von Eugène Labiches Posse „Der Florentiner Hut“ komponiert hat. „Pferd frisst Hut“ heisst die Produktion von Komponist Herbert Grönemeyer und Regisseur Herbert Fritsch, die am Samstag am Theater Basel uraufgeführt wurde. Der Titel sagt eigentlich bereits fast alles über … Struber Musical-Spass von Herbert Grönemeyer am Theater Basel weiterlesen

Eine Sternen-Revue zwischen Sonne und Mond

Die Basler Choreografin und Performerin Johanna Heusser präsentiert im Theater Roxy, Birsfelden, zusammen mit ihrem britischen Bühnenpartner Jesse Inman ein Stück über die Geheimnisse der Astrologie – aber ohne, diese lüften zu können. „Sie sehen ein Astrodrama mit Jesse Inman im Ziegenkostüm und mir als Perfomerin im contemporary dance.“ Die Ankündigung von Johanna Heusser ist vielversprechend. Zuvor hatten die die beiden unter einen Himmel voller … Eine Sternen-Revue zwischen Sonne und Mond weiterlesen

Auf Walhalla zu Kaffee und Gebäck

Nach dem quirrligen „Rheingold“ ging es nun forschen Schrittes weiter im Basler „Ring des Nibelungen“. Mit überwältigenden Walküren, einem richtigen Pferd, einem aufwühlenden Vater-Tochter-Zwist und Kaffi mit Gipfeli auf Walhalla. Das Premierenpublikum hatte nach gut fünf Stunden noch genügend Energie, „Die Walküre“ mit rhythmischem Klatschen zu feiern. Also „Die Walküre“ als so benannte Oper und die Walküre als Berufsbezeichnung von Brünnhilde, die von Trine Møller … Auf Walhalla zu Kaffee und Gebäck weiterlesen

In der Endlosschlaufe gefangen

Mit dem Tanzprojekt „from rock to rock“ von Jeremy Nedd ist die Kaserne künstlerisch in die neue Saison und die neue Ära unter neuer Leitung gestartet. Es ist ein Neustart mit Längen. Es ist eine Geschichte, die Jeremy Nedds Company uns zu erzählen vermittelt. So sagte es der neue Kasernen-Leiter Tobias Brenlk an der Eröffnung der neuen Spielzeit. Nun: Die Erklärung ist wichtig, denn aus … In der Endlosschlaufe gefangen weiterlesen

„Rheingold“: Eine schrecklich böse Familie

Nach Zürich und Bern hat Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ nun nun auch in Basel seinen Auftakt erlebt. Intendant Benedikt von Peter und seine Co-Regisseurin Caterina Cianfarini inszenierten den Vorabend „Das Rheingold“ als quirrlige Mixtur zwischen Puppenspiel und grausliger Familiensaga. Bei den alten Göttern hängt der Haussegen schief. Das liegt vor allem am despotischen bis zuweilen psychopathischen Hausherrn und Patriarchen Wotan. Er hat sich … „Rheingold“: Eine schrecklich böse Familie weiterlesen