Adoptiert in die permanente Sichtbarkeit

Die Schauspielerin Nairi Hadodo geht in einem fulminanten Solo auf der Kleinen Bühne des Theater Basel dem Phänomen Kim Kardashian auf den Grund. «Was sind deine Talente?», fragt sich Nairi Hadodo als Kim Kardashian. «Du kannst nicht singen, du kannst nicht tanzen, du kannst nicht schauspielern! What do yo do?» Nun, die Darstellerin des It-Girl-Phänomens, mit dem sie die armenischen Wurzeln teilt und ihr abgesehen … Adoptiert in die permanente Sichtbarkeit weiterlesen

Monteverdis musikalisches Intrigenspiel ins faschistische Italien versetzt

Christoph Marthaler beschreitet am Theater Basel einmal mehr ungewöhnliche Pfade. In seiner Inszenierung der Barockoper „L’Incoronazione die Poppea“ versetzt er die Handlung vom antiken Rom ins faschistische Italien. Am Sonntag war Premiere. Christoph Marthaler ist der hinterlistige Schelm unter den Theatermachern. Wenn er Opern inszeniert, kann es passieren, dass das Orchester nach einem Drittel des Abends aus dem Graben verschwindet und nicht mehr auftaucht, wie … Monteverdis musikalisches Intrigenspiel ins faschistische Italien versetzt weiterlesen

Post-bürgerliches Endspiel im hybriden Cyber-Space

Regisseur Stefan Pucher und der Autor Dietmar Dath führen mit ihrer Überschreibung von Maxim Gorkis „Sommergäste“ auf eine irrwitzige Geisterbahnfahrt durch eine groteske Welt, die erfasst vom Virtuellen den Bezug zur eigentlichen Realität verliert. Nichts ist so, wie es scheint oder sein sollte. Das fängt schon Setting (Bühne: Stéphane Laimé) an. Vorgegeben ist ein „Digital Detox“ unter Freunden in Davos im Schatten des Weltwirtschaftsforums. Aber … Post-bürgerliches Endspiel im hybriden Cyber-Space weiterlesen

Das neue Drummeli: Konzentriert und kurzweilig

Das Drummeli, die Mutter aller Basler Vorfasnachtsveranstaltungen, präsentiert sich nach einem Programmlifting schön aufgefrischt und kurzweilig. Kurz zusammengefasst: Die Produktionen der Stammcliquen sind fast durchs Band hindurch sehens- und hörenswert, die beiden Guggemusiken präsenteren sich unterschiedlich spritzig, die Schnitzelbängg sind gut bis höchst originell im Auftritt. Und die Raamestiggli? Sie sind besser als auch schon, zuweilen ganz gut. Und sie profitieren von den wunderbar charmanten … Das neue Drummeli: Konzentriert und kurzweilig weiterlesen

Können Basler Trommler selbstironisch sein?

Die Kleinbasler Vorfasnachtsveranstaltung Charivari bietet im Jahr 2024 grosse trommlerische Momente, bewegt sich aber sonst im Mittelmass. Das Glaibasler Charivari 2024 hat den Erwartungslevel nach der letztjährigen Ausgabe hochgesteckt. Vor allem, was die Schnitzelbängg und die Raamestiggli angeht. Auf diesen Gebieten enttäuscht die aktuelle Ausgabe. Auch pfeiferisch liegt das Charivari unter denjenigen der vergangenen Jahre – was nicht zuletzt auch daran liegt, dass die Piccolo-Virtuosinnen … Können Basler Trommler selbstironisch sein? weiterlesen

Zaubertheater ohne Zauber

„Kranke Hunde“ von Ariane Koch will mit einer sarkastischen Posse die Entmenschlichung des Gesundheitswesens und die gesellschaftliche Ächtung von Krankheit entlarven. Das ist bei der Basler Inszenierung von Sebastian Nübling nur ganz am Rand gelungen. Star des Abends, oder sagen wir mal: Die besten Auftritte im Stück mit dem Titel „Kranke Hunde“, den es irgendwie wörtlich zu nehmen gilt – geht es doch um einen … Zaubertheater ohne Zauber weiterlesen

Der Autor ist anwesend

Antú Romero Nunes schmettert die „Dreigroschenoper“ als grotesk-komisches Fest des Brechtschen Verfremdungseffekts auf die Bühne des Theater Basel und kann sich dabei auf ein famos aufspielendes Ensemble und eine grandioses Orchester verlassen. Warum die Bettler- und Ganoven-Revue „Dreigroschenoper“? „In einer Stadt, in der es ein Bettlerverbot gibt, muss man dieses Stück spielen“, sagt Regisseur Nunes in einem Interview im Programmheft. Und wenn man das Theater … Der Autor ist anwesend weiterlesen

Ein mitreissender Einstand des neuen Basler Tanztheaters

„Marie & Pierre“ ist Theater pur. Zu erleben ist ein mitreissendes Panoptikum der Emotionen. Es ist Tanz, der vom feinen sentimentalen Chanson zur grossen barocken Oper aufschwingt und sich dann zum jazzigen Rumba weiterentwickelt – in Ton, Gesang und Bewegung. Spätestens wenn sich Tänzerin/Sängerin/Musikerin Alma Toaspern an den Flügel auf der Bühne setzt und begleitet zuerst vom Trompeter Immanuel Richter und dann vom Orchester aus … Ein mitreissender Einstand des neuen Basler Tanztheaters weiterlesen

Theater auf Irrwegen in den ukrainischen Kriegswirren

Ein Theaterprojekt einer nach Basel geflüchteten ukrainischen Dramatikerin über ihren in Cherson verlorenen Sohn: Das klingt spannend. Auf dem Papier, während es sich auf der Bühne merkwürdig abgehoben und wirr präsentiert. Die Aufführung hat eine Überraschung bereit – aber eine, die das Grundgerüst der Geschichte, die hier dramatisiert wird, torpediert. Doch dazu am Schluss mehr. Es ist eine Geschichte, die auf erschütternde Tatsachen beruht. Die … Theater auf Irrwegen in den ukrainischen Kriegswirren weiterlesen

Struber Musical-Spass von Herbert Grönemeyer am Theater Basel

Die heile französische Provinzwelt rast in eine fulminante Katastrophe. Schuld daran ist unter anderem der deutscher Sänger Herbert Grönemeyer, der für das Theater Basel eine Musicalversion von Eugène Labiches Posse „Der Florentiner Hut“ komponiert hat. „Pferd frisst Hut“ heisst die Produktion von Komponist Herbert Grönemeyer und Regisseur Herbert Fritsch, die am Samstag am Theater Basel uraufgeführt wurde. Der Titel sagt eigentlich bereits fast alles über … Struber Musical-Spass von Herbert Grönemeyer am Theater Basel weiterlesen