Auf Walhalla zu Kaffee und Gebäck

Nach dem quirrligen „Rheingold“ ging es nun forschen Schrittes weiter im Basler „Ring des Nibelungen“. Mit überwältigenden Walküren, einem richtigen Pferd, einem aufwühlenden Vater-Tochter-Zwist und Kaffi mit Gipfeli auf Walhalla. Das Premierenpublikum hatte nach gut fünf Stunden noch genügend Energie, „Die Walküre“ mit rhythmischem Klatschen zu feiern. Also „Die Walküre“ als so benannte Oper und die Walküre als Berufsbezeichnung von Brünnhilde, die von Trine Møller … Auf Walhalla zu Kaffee und Gebäck weiterlesen

In der Endlosschlaufe gefangen

Mit dem Tanzprojekt „from rock to rock“ von Jeremy Nedd ist die Kaserne künstlerisch in die neue Saison und die neue Ära unter neuer Leitung gestartet. Es ist ein Neustart mit Längen. Es ist eine Geschichte, die Jeremy Nedds Company uns zu erzählen vermittelt. So sagte es der neue Kasernen-Leiter Tobias Brenlk an der Eröffnung der neuen Spielzeit. Nun: Die Erklärung ist wichtig, denn aus … In der Endlosschlaufe gefangen weiterlesen

„Rheingold“: Eine schrecklich böse Familie

Nach Zürich und Bern hat Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ nun nun auch in Basel seinen Auftakt erlebt. Intendant Benedikt von Peter und seine Co-Regisseurin Caterina Cianfarini inszenierten den Vorabend „Das Rheingold“ als quirrlige Mixtur zwischen Puppenspiel und grausliger Familiensaga. Bei den alten Göttern hängt der Haussegen schief. Das liegt vor allem am despotischen bis zuweilen psychopathischen Hausherrn und Patriarchen Wotan. Er hat sich … „Rheingold“: Eine schrecklich böse Familie weiterlesen

Kontemplative Séance und queerfeministische Power-Performance

So verschieden kann junges Theater sein: Während Annatina Huwiler mit „z’berg“ zur kontemplativen Séance über die Erdgeschichte lädt, schmettern Eevi Kinnunen und Olivia Ronzani eine schier unbändige queerfeministische Power-Performance auf die Bühne, dass einem selbst als Zusehender der Atem zu stocken droht. Das finnisch-schweizerische Performerinnenduo mit Namern Project together stellt ihrem Abend im Rahmen der Treibstoff-Theatertage eine Triggerwarnung voran, die geradezu Furchterregendes erwarten lässt: „Das … Kontemplative Séance und queerfeministische Power-Performance weiterlesen

Das grosse Art-Geschäft mit den Spinnen von Louise Bourgeois

Werke von Louise Bourgeois, George Condo, aber auch Klassiker wie Klee und Alexander Calder sorgten für Dutzende von Millionenverkäufen am ersten Tag der Art Basel. Das Ganze weist auf eine famose Aufholjagd der Messen bei den Marktsegmenten des Kunstmarktes hin. Die Galerie Hauser & Wirth weiss, was sie an Louise Borgeois hat. Im vergangenen Jahr verkaufte sie die raumfüllende Spinnenplastik „Maman“ für 40 Millionen Dollar, … Das grosse Art-Geschäft mit den Spinnen von Louise Bourgeois weiterlesen

Marthalers Tragödie der Seltsamkeiten

Christoph Marthaler und sein Ensemble führen mit «Abteilung Leben» durch die verlassene alte Gemeindeverwaltung von Birsfelden. Dort trifft man auf die Geister der vergessenen Beamt:innen. Das ist zum Teil sehr witzig, dauert aber etwas gar lange und am Schluss bleibt der Sinn diffus im Staub des Beamtentums verborgen. Hinter fast allen Türen – und davon gibt es ganz schön viele in der alten Gemeindeversammlung – … Marthalers Tragödie der Seltsamkeiten weiterlesen

Lehrreiche und amüsante Streitereien im Theater

Krach und Streit herrscht in der neuen Produktion des jungen theaters basel, wie auch im Theater Basel. Es sind zwei herausragende Produktionen, die auf ganz unterschiedliche Weise das zwischenmenschliche Konfliktpotential erforschen. Schwierig ist sie, diese Welt. Da kommt man nach einem eigentlich wunderbar stimmigen Theaterabend im jungen theater basel nach Hause, setzt sich an den Computer, um über die Produktion zu schreiben. Im Hinterkopf spielt … Lehrreiche und amüsante Streitereien im Theater weiterlesen

Spartenübergreifend auf den Punkt gebracht

Letsplay nennt sich eine Basler Performancegruppe, die das improvisatorische Zusammenspiel unterschiedlicher Künste ergründet. Am Wochenende ist im Projektraum M54 ihr neues Projekt mit dem Titel „das.wenige“ zu erleben. Zwei schwarz gekleidete Frauen schauen sich im weiten, bis auf drei herunterhängende bemalte Leinwandbahnen leeren und weitläufigen Raum langsam um. Sie blicken auf einen Musiker mit einer Bassklarinette auf der einen und auf eine Musikerin mit einer … Spartenübergreifend auf den Punkt gebracht weiterlesen

Vom Dokumentartheater erfasst

Der Basler Autor und Theatermann Boris Nikitin klettert in seinem neuen Soloprojekt „Magda Toffler – Versuch über das Schweigen“ auf seinen Stammbaum und landet überrascht mitten in einer Holocaust-Tragödie. Eigentlich ist die Geschichte, die Boris Nikitin da erzählt, zu verrückt, um wahr zu sein. Falsch! Die Geschichte ist so verrückt, dass sie wahr sein muss. Boris Nikitin tritt auf die leere weite Bühnenfläche der Reithalle, … Vom Dokumentartheater erfasst weiterlesen

Von wegen unsichtbar

Zino Weys Performance-Projekt «screening invisibilities» in der Reithalle der Kaserne Basel schrammt hart an der Grenze zum plakativen Agitationstheater entlang, wird unter dem Strich aber durch den hinreissenden Auftritt des Darsteller:innen-Quartetts zum aussergewöhnliches Bühnenkunstwerk. Es beginnt auf der mit Ausnahme von drei gewellten Paravents leeren Bühnenfläche mit ganz zurückhaltenden und leisen Gesten. Fein und langsam streichen die Hände der vier Performer:innen ihren Armen empor, gelangen … Von wegen unsichtbar weiterlesen