Durchzogene Renaissance der Mutter aller Basler Vorfasnachtlereien

Nach einem pandemiebedingten Ausfall 2020 und einer stark abgespeckten Ausgabe im vergangenen Jahr hat sich Drummeli wieder in den gewohnten Ausmassen präsentiert. Mit einem durchzogenen Resultat, was auch am neuen Austragungsort lag.

Dass sich zwei Stammcliquen zusammentun am Drummeli, dem eigentlichen Schaulaufen der grossen Basler Trommler- und Pfeiferformationen, ist eine Ausnahme. Erstaunlich, dass es in diesem Jahr mit den Basler Bebbi und den Naarebaschi ausgerechnet zwei ausgesprochen ehrgeizige Formationen getan haben.

Aber das Resultat gab ihnen recht. Ihr mit E-Piano und Kontrabass begleitetes Jazz-Medley war der Höhepunkt des fast dreistĂ¼ndigen Abends in der Eventhalle der Messe Basel. Es fĂ¼hrte von legendären Melodien von Dave Brubeck – deshalb der Titel „Nimm 5“ – bis zu den durch den Blue-Note-Filter getrieben Fasnachtsmärschen des vor zehn Jahren verstorbenen Jazzmusikers George Gruntz.

Das war der Schluss eines Abends, der sich Ă¼ber lange Strecken dahinschleppte. Und der mit einem rĂ¼hrenden und schön eingerichteten Auftritt der jungen und älteren Mitglieder der Fasnachtsclique Schnooggekerzli eigentlich so vielversprechend begonnen hatte.

Mehrere Cliquen schienen MĂ¼he gehabt zu haben, das verbindende Motto „legendär“ stimmig und originell umzusetzen – Ausnahmen wie die Alte Glaibasler mit der durchgewirbelten RĂ¼ckschau auf die 100 Jahre ihres Bestehens oder dem vom Central Club Basel schön getrommelten und noch schöner präsentierten Trommelmarsch Ysebähnli bestätigen die Regel.

Unterschiedliche Auftritte

Höchst unterschiedlich gestalteten sich auch die Auftritte der beiden Schnitzelbangg-Formationen. Ăœberzeugen konnte dabei lediglich die Dreydaagsfliege – diese aber mit wunderbar gedrechselten Versen und einschlagenden Pointen auf hohem Niveau.

Fast durch das Band hindurch enttäuschend waren die Raamestiggli. Sie schlugen nur dann ein, wenn sich das eigentlich gut besetzte Ensemble nicht durch mĂ¼de Pointen kämpfen musste – etwa bei der herrlich dargebrachten Nummer mit der missglĂ¼ckten Balkonszene in einem Raum ohne Balkon.

Ja dieser Raum: Weil die Basler Regierung Pläne hegt, den ursprĂ¼nglichen Spielort Musical-Theater zu einem Hallenbad umzubauen, ist das Drummeli frĂ¼hzeitig zu einem neuen Spielort ausgewichen. Die Eventhalle des Messezentrums erwies sich mit ihren immensen Ausmassen aber als kalter und abweisender Ort fĂ¼r die Vorfasnachtsveranstaltung.

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