Christoph Marthalers Abgesang auf und mit Corona am Theater Basel

Christoph Marthaler gilt als Meister der musikalisch veredelten Verschrobenheit. Am Theater Basel hat er mit seinem neuen Projekt „Der letzte Pfiff – ein Drehschwindel“ noch eins draufgesetzt – allerdings nicht ganz freiwillig. Es hätte eine Wiedersehens-Feier werden sollen. Ein Wiedersehen mit Christoph Marthaler, der mit seiner Schauspieler-Familie nach vielen Jahren wieder an den Ort zurückkehrte, wo einst seine einzigartige Karriere mit der unverwechselbaren Dramaturgie und … Christoph Marthalers Abgesang auf und mit Corona am Theater Basel weiterlesen

Ein tiefsinniges Lustspiel zu den katastrophalen Zeiten

Die titelgebende Frage „Was geschah mit Daisy Duck“ bleibt unbeantwortet. Dafür bietet der wunderbare Abend auf der Kleinen Bühne des Theater Basel viele andere Antworten. Mehr von mir zum kleinen Theaterereignis in der „bz Basel“. Lesenswert sind auch die Beiträge meiner Kolleginnen und Kollegen: Auf nachtktitik.de: Entenhausen liegt am Meer In Claude Bühlers Theater-Kolumne auf onlinereports.ch: Entenhausener Abgründe Und in der „Basler Zeitung“ (leider nicht … Ein tiefsinniges Lustspiel zu den katastrophalen Zeiten weiterlesen

Don Carlos im Spielzeugland

Diese Aufführung von Verdis „Don Carlos“ bleibt als musikalisches Erlebnis in durchaus guter Erinnerung. Ein nachvollziehbares Regiekonzept ist aber kaum zu erkennen. Im Interview im Programmheft erwähnt Regisseur Vincent Huguet so ziemlich alles, was inhaltlich mit der Oper „Don Carlos“ in Verbindung gebracht werden kann: die albtraumhafte Familientragödie, die sich mit dem brutalen feudalistischen Weltsystem, dem politischen Freiheitsdrama und der Kritik an der Religion als … Don Carlos im Spielzeugland weiterlesen

Eine mitreissende „Penthesilea“ auf der Kleinen Bühne

Regisseurin Eva Trobisch und ein herausragendes Schauspieler- und Schauspielerinnen-Quartett begeistern auf der Kleinen Bühne des Theater Basel mit einer „Penthesilea“, die ganz nahe an Kleists Vorlage so viel über das Leid der Menschen in diktatorischen Zwängen zu offenbaren vermag. Es kommt, wie es kommen muss in der und vor allem dieser Tragödie. Alles wendet sich hoffnungslos zum Schlechten zu. Auf allen Vieren schleicht die Amazonenkönigin … Eine mitreissende „Penthesilea“ auf der Kleinen Bühne weiterlesen

Verqueert und zugedröhnt

Die Regisseurin Pinar Karabulut wird vom Theater Basel als Spezialistin für „moderne, antipatriachale Aneignungen klassischer Stoffe“ vorgestellt. An Dostojewskis „Der Spieler“ ist sie mit diesem Programm grandios gescheitert. Nach der Aufführung bleiben Fragen. Das kann sehr bereichernd sein, wenn Sitiationen, Begebenheiten und Umstände auf hintersinnige und/oder nachhaltig-gescheite Art hinterfragt werden. Aber es kann auch bemühend sein, wenn man die Intention dahinter einfach nicht so richtig … Verqueert und zugedröhnt weiterlesen

Die Schmerzen von einst zart umhüllt

Das Theater Basel lädt auf der Grossen Bühne zur intimen, szenisch umrahmten Schubertschen „Winterreise“. Ein herausragendes Star-Tio rund um Anne Sofie von Otter durchsetzt die grosse schwermütige Wanderschaft mit lichten Momenten. Wer in die diesen schweren Zeiten der Pandemie, im Home Office abgeschottet und ausgeschlossen von den grossen Festivitäten unter Freunden und Freundinnen, die Fähigkeit zu spontanen Trauerausbrüchen verloren hat, dem kann Schuberts „Winterreise“ vielleicht … Die Schmerzen von einst zart umhüllt weiterlesen

Ulysses Irrweg führt indirekt ins theatrale Nirvana

Der New Yorker Theatermann John Collins versucht am Theater Basel das Unmögliche, James Joyce Urmonstrum der literarischen Moderne mit dem Titel „Ulysses“ zu dramatitisieren und gelangt mit einem hervorragenden Ensemble zum Resultat, dass dies eben unmöglich ist. Es lohnt sich, die 120 Minuten durchzuhalten, sich durchzukämpfen, um den Schluss nicht zu verpassen. Dann, wenn Carina Braunschmidt als Molly Bloom im Kapitel 18 in einem berührenden … Ulysses Irrweg führt indirekt ins theatrale Nirvana weiterlesen

Ulisse senza Ulisse: Oper auf Irrwegen

Regisseur Krystian Lada streicht in der Barockoper „Il ritorno d’Ulisse in patria“ die Titelfigur und ersetzt sie durch eine Gruppe von Basler Männern mit Migrationshintergrund. Das funktioniert inhaltlich nicht, was aber dem musikalischen Erlebnis wenig anhaben kann. Eigentlich hätten sich die Bühnentechniker auch einen Teil des heftigen Schlussapplauses abholen können. Denn sie haben in den über zwei Stunden doch einiges zu schleppen, für längere Zeiten … Ulisse senza Ulisse: Oper auf Irrwegen weiterlesen

Die Familie ist wie ein kollabierender Stern

Das Theater Basel dreht die schaurige Krabat-Sage durch die „Mühle von Saint Pain“. Dieser Theaterabend berührt, amüsiert, verwirrt, langweilt auch mal (aber nur ein kleines bisschen), fasziziniert und lässt einen ein bisschen ratlos zurück. Vor allem aber ermöglich er eine Begegnung mit einer Schauspielerin (Gala Othero Winter), die sich schneidig und mit dem ganzen Spektrum der Gefühle mitten in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer … Die Familie ist wie ein kollabierender Stern weiterlesen