Zora del Buonos Vater und sein „Töter“

Zora del Buono ist für ihren Roman „Seinetwegen“ mit dem Schweizer Buchpreis 2024 geehrt worden. Es ist nicht die erste und soll auch nicht die letzte literarische Recherche zu ihrer Familiengeschichte sein, wie sie am Sonntag im Gespräch sagte. Zora del Buono, bei Ihrer kurzen Rede nach der Bekanntgabe, dass Sie den Buchpreis erhalten, wirkte Sie sehr gefasst. Ist das Ihr Naturell oder haben Sie … Zora del Buonos Vater und sein „Töter“ weiterlesen

Im Märchenwald der verwunschenen Lüste

„Es war einmal“: Auch in Stephen Sondheims Musical „Into the Woods“ beginnt es mit diesen Worten, wie es bei Märchen immer der Fall ist. Nur dass bei diesem im Theater Basel aufgeführten fetzigen Farytail-Potpurri die Schluss-Sequenz mit dem „langen und glücklichen Leben“ ausbleibt. „Ito the Woods“. In diesem Märchenwald ist was los. Und wie! Rotkäppchen trifft auf den unglücklich kinderlosen Bäcker, der auf ihren blutroten … Im Märchenwald der verwunschenen Lüste weiterlesen

Eine reizend humorvolle Gruselgeschichte

Die Basler Compagnie stülpt Christian Andersens düsteres Märchen „Die Schneekönigin“ auf die Kehrseite um. Mit reizenden Einfällen, viel groteskem Humor und wundervoller Musik. Es beginnt mit einer Gruselgeschichte. Nur kommt sie dann gar nicht so gruselig daher. Oder zumindest fast nicht. Aber beginnen wir von vorne: Sechs seltsame Gestalten in übergrossen Strampelhosen und glitzernden Hauben versammeln sich um ein Lagerfeuer. „Was machen wir?“, fragt eine. … Eine reizend humorvolle Gruselgeschichte weiterlesen

Es grünt so grün auf dem roten Planeten

Der französische Theatermacher Philippe Quesne hält es nicht auf der Erde: Führte er das Basler Theaterpublikum 2021 noch in die unendliche Weiten der depressiven Asteroiden, zielte die Reise nun in seiner jüngsten Produktion im Schauspielhaus in den Mars-Untergang – frei nach Ray Bradburys Erzählband „Mars-Chroniken“. Konsequent ist kaum etwas in dieser Inszenierung, die den Titel „Chroniken vom Mars“ trägt. Regisseur und Ausstatter Philippe Quesne mäandriert … Es grünt so grün auf dem roten Planeten weiterlesen

Zur Eröffnung des Tanzhauses Basel dreht sich alles im Kreis

Der Choreograf Joachim Schlömer eröffnet das neue Tanzhaus Basel im ehemaligen Silotrakt der Mayonnaisen-Fabrik Thomi und Franck mit einem dynamischen Kreislauf um Zeit und Raum. Was, wenn nicht der Kreisel, taugt besser als Symbol für Dynamik und Vergänglichkeit? Zu Beginn des zweiten Teils der Tanztheater-Produktion «Rauschen» bringt einer der Tänzer auf der Bühne einen Kreisel zum Rotieren. Zuerst noch in Schräglage richtet dieser sich auf, … Zur Eröffnung des Tanzhauses Basel dreht sich alles im Kreis weiterlesen

Götterdämmerung im Grand Hotel

Eine «Touristenfalle» nennt Thom Luz seine neuste Arbeit, die in der Kaserne Basel ihre Uraufführung hatte. Es ist eine nostalgische Performance, die eine gute alte Glanzzeit eines mittlerweile in Trümmern liegenden Kurorts heraufbeschwört. Thom Luz bleibt auch bei der aktuellen, in der Kaserne Basel uraufgeführten Produktion «Tourist Trap» der grosse und dem Skurrilen verhaftete Geisterbeschwörer. Wie schon in früheren Produktionen breitet er eine Welt aus, … Götterdämmerung im Grand Hotel weiterlesen

„Verfluchter Reif! Furchtbarer Ring!“

Mit der „Götterdämmerung“ fand am Theater Basel Richard Wagners Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“ ihren Abschluss. Es ist ein langer, aber keinesfalls langweiliger Abend, der mit einem berührenden und packenden Ende zu überzeugen vermag. „Zurück vom Ring!“ Das letzte Wort in Richard Wagners Monsterzyklus „Der Ring des Nibelungen“ hat der Intrigant und Bösewicht Hagen. Regisseur und Theaterdirektor Benedikt von Peter legt diesen verzweifelt mahnenden Ausruf … „Verfluchter Reif! Furchtbarer Ring!“ weiterlesen

„Siegfried“ im Puppenhaus

Nun folgte also „Siegfried“, der dritte Teil oder „zweite Tag“ von Richard Wagners monströsem Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“. Das Monströse hat Regisseur und Theaterdirektor Benedikt von Peter mit einer fast omnipräsenten Parade von riesigen Puppen wörtlich genommen. Was ganz unterhaltsam ist, aber die stimmigen Grundidee der brutalen Familienaufstellung etwas in den Hintergrund treten lässt. Sprechende Vögel und Drachen, böse Zwerge, ein verwandelter Riese, ein … „Siegfried“ im Puppenhaus weiterlesen

Der Mann, das lächerliche Wesen

Das Theater Basel zeigt Bertolt Brechts Anti-Kriegs und -Kapitalismus Parabel „Mann ist Mann“ in einer Inszenierung, die hinreissend-komische Momente hat, zwischendurch aber auch durchhängt. Bekannt ist das Szenario vom Mann, der aus dem Haus geht, um mal schnell Zigaretten zu holen und verschwindet. Mann weiss nicht, was geschieht. Bei Brechts „Mann ist Mann“ ist die Ausgangslage ähnlich: Der Packer Galy Gay verlässt sein trautes ärmliches … Der Mann, das lächerliche Wesen weiterlesen

Schön!

Die Fondation Beyeler bezaubert mit einer grossen Matisse-Ausstellung. Der chronologisch aufgebauten Ausstellungsparcours vermittelt einen stimmigen Überblick über die Entwicklungsstadien des grossen Meisters der Moderne vom Realisten zum Magier der Farben. Der Begriff „schön“ für ein Kunstwerk ist eigentlich unprofessionell. Aber bei einer Matisse-Ausstellung muss man dieses Wort benutzen. Es ist auch gar nicht oder zuminest kaum möglich, eine Matisse-Ausstellung anders zu präsentieren als ein schönes … Schön! weiterlesen