Höllenfeuer im Gerichtssaal

Der britische Shooting-Star Robert Icke inszeniert am Theater Basel Arthur Millers Zeigefinger-Stück «Hexenjagd». Zu erleben ist ein langer, zuweilen spannender Theaterabend, der letztlich aber in einem anwachsenden pathetischen Getöse untergeht. Der britische Regisseur Robert Icke hat in Stuttgart mit seiner Neudichtung von Aischylos‘ «Orestie», seiner ersten Inszenierung im deutschsprachigen Raum, für Furore gesorgt – das hat ihm den aktuellen Kurt-Hübner-Preis für Regie eingebracht. Es ist … Höllenfeuer im Gerichtssaal weiterlesen

Neuer Kulturvertrag zwischen den beiden Basel: Nullsummenspiel im neuen Gewand

Die beiden Basel haben ihren neuen Kulturvertrag vorgestellt: Künftig geht das Geld aus Liestal nur noch an die drei Institutionen, die von den Baselbietern am meisten besucht werden. Man habe über den neuen Kulturvertrag «sehr intensiv miteinander verhandelt», sagte Monica Gschwind, Bildungs-, Kultur- und Sportdirektorin des Kantons Basel-Landschaft. Sie bezeichnete das Resultat an einer Medienkonferenz als Zeichen einer «starken Kulturpartnerschaft». Die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann … Neuer Kulturvertrag zwischen den beiden Basel: Nullsummenspiel im neuen Gewand weiterlesen

Zaza und Dadada – oder: So hinreissend komisch und berührend kann Musical sein

Das Theater Basel hat seinem Publikum mit dem Musical «Ein Käfig voller Narren» einen grossen Wurf beschert. Die Geschichte kennt so ziemlich jeder, der vor französischen Kino-Komödien alter Schule nicht reissaus nimmt: Ein Schwulenpaar, das gemeinsam einen Sohn grossgezogen hat, gerät in die Bredouille, als dieser Sohn die Verlobung mit der Tochter eines erzkonservativen Politikers bekanntgibt und für den Besuch seiner Schwiegereltern den Schein einer … Zaza und Dadada – oder: So hinreissend komisch und berührend kann Musical sein weiterlesen

Sophie Jungs wundersame Geschichten-Kunstwelt

Sophie Jung ist Trägerin des Manor Kunstpreises 2018. Im Haus für Gegenwart des Kunstmuseums Basel erzählt sie aus diesem Anlass mit einer Installation eine geheimnisvolle Kunst-Geschichte. Zeitgenössische Kunst gibt sich auf den ersten Blick oft rätselhaft. Aber wer kann schon behaupten, dass er zum Beispiel die theatralen Welten des Johann Heinrich Füssli (1741–1825), die derzeit im Erweiterungsbau des Kunstmuseums zu sehen sind, auf Anhieb begreift. … Sophie Jungs wundersame Geschichten-Kunstwelt weiterlesen

«Dreigroschenoper», «La traviata» und «Woyzeck»: Das Theater Basel hätte gerne mehr davon

Das Theater Basel blickt auf eine erfolgreiche Spielzeit 2017/18 zurück, würde aber gerne Grosserfolge länger im Repertoire behalten können. Die Zahlen aus der Spielzeit 2017/18 zauberten ein Lächeln aufs Gesicht des abtretenden Theater-Verwaltungsratspräsidenten Samuel Holzach: Die Zuschauerzahl stieg um 8753 auf 180’766, die durchschnittliche Auslastung von 68 auf 70,5 Prozent. Das Theater Basel unter Andreas Beck ist auf Erfolgskurs. Dafür spricht auch der von der … «Dreigroschenoper», «La traviata» und «Woyzeck»: Das Theater Basel hätte gerne mehr davon weiterlesen

Alles Kultur – oder was?

Was ist Kultur? Fast alles, wenn man aktuelle Medienmitteilungen durchblättert, die wir früher fast nie veröffentlicht haben. Ich war diese Woche im Zürcher Schauspielhaus, in der Kaserne Basel, im Kunstmuseum, im kult.kino, habe ein Buch gelesen, gesungen und getrommelt. Soll niemand sagen, ich sei nicht kulturaffin. Ich könnte noch vielmehr Kulturkonsum und -praxis aufzählen, denn der Kulturbegriff kann weit ausgelegt werden. Die Unesco, die Weltkulturerbe-Plaketten … Alles Kultur – oder was? weiterlesen

Im Museum der hässlichen Clownerien

Martin Zimmermann dreht in seinem zeitgenössischen Zirkusspektakel «Eins Zwei Drei» in der Kaserne Basel das klassische Clown-Trio durch die Punk-Mangel. Ich gebe zu: Ich habe Zirkus-Clowns nie gemocht. Ich meine das klassische Trio mit dem besserwisserischen weissen Clown, dem dummen August mit der roten Nase und dem Störenfried als dritter im Bunde. Aber bei Martin Zimmermann ist das natürlich ganz anders. Einst ist er mit zwei … Im Museum der hässlichen Clownerien weiterlesen

Carl Burckhardts füllige «Venus» und weitere modernistische Geistesblitze antiken Ursprungs

Wenige in Basel kennen den Bildhauer Carl Burckhardt, die meisten aber sind mit seinem Werk durchaus vertraut. Das Kunstmuseum Basel stellt den Schöpfer der «Amazone» bei der Schifflände in einer kleinen Retrospektive vor. Von alleine wäre ich nicht darauf gekommen: Diese doch etwas füllige und trotz ihrer Nacktheit durch und durch bieder wirkende Frau soll die Liebesgöttin «Venus» darstellen? Das aus verschiedenfarbigem Marmor gehauene Werk … Carl Burckhardts füllige «Venus» und weitere modernistische Geistesblitze antiken Ursprungs weiterlesen